Über mich

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Dies ist ein Blog über mich, meine Sicht verschiedener Dinge...meine Gedanken, die mal kompliziert, schwierig oder einfach nur lustig und fröhlich sind. Ich bin ein ausgeflippter, offener und sehr humorvoller Mensch. Wobei ich auch ernste und sensible Seiten in mir trage. Ich bin ein leidenschaftlicher Film-Fan. Auch Bücher kommen nicht zu kurz in meinem Leben. Vielleicht liegt es daran, weil ich gern in andere Welten abtauche und somit der Realität ein bisschen entfliehen kann. Im Besonderen mag ich Filme mit Meryl Streep, Corinna Harfouch und anderen starken Frauen, die auf verschiedenste Art berühren.

Sonntag, 30. Juni 2013

Happy days are here again

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass mein letzter Blog-Eintrag über ein Jahr zurückliegt. Es ist nicht so, dass ich nichts zu erzählen hatte, oder Ideen und Gedanken fehlten. Ganz und gar nicht. Ich habe oft darüber nachgedacht mal wieder hier und da einen neuen Eintrag zu machen, aber ich muss zugeben, dass ich einfach schreibfaul war in den letzten Monaten. Das zum Einen und die Tatsache, dass der letzte Eintrag eben die Niederschrift eines der bedeutsamsten Tage meines Lebens war. Und wie hätte ich danach einfach nur über mich schreiben können?! Ehrlicherweise ist das wohl der eigentliche Grund für meine “Schreibfaulheit".
Aber jetzt, wo es wieder ein Erlebnis gab, welches für mich eine besondere Bedeutung hat, versuche ich Worte dafür zu finden und meinen Blog mit diesen Worten zu füttern. Worum also wird es gehen in meinem neuen Blog-Eintrag? Vor ein paar Jahren noch hätte ich nicht geglaubt jemals auch nur ein Wort über Barbra Streisand zu verlieren und heute möchte ich ihr sogar einen eigenen Blog-Eintrag widmen. Denn ich hatte die vielleicht einmalige Gelegenheit, die Legende Mrs. Barbra Streisand live auf der Bühne zu erleben.


Um meine Geschichte mit Barbra zu erzählen, muss ich wieder ein bisschen ausholen, denn sie war für mich nicht immer die größte lebende Sängerin, die sie jetzt für mich ist. Vor ein paar Jahren noch war ich nicht wirklich angetan von ihr und habe mich gesträubt auch nur einen Film mit ihr anzusehen. Zu meiner Verteidigung sei aber zu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich einen Unterschied zwischen der Schauspielerei und dem Singen bei ihr gemacht habe. Ich mochte sie einfach nicht sehen, wenn mal ein Film mit ihr im Fernsehen lief. Ich fand sie nicht hübsch, ihre Nase zu groß und war sogar ein bisschen genervt, wenn ihr Name fiel. Ich war überzeugt, dass sie eine eingebildete Diva ist, die nichts anderes kann, außer Menschen herumzukommandieren. Das erste Mal habe ich mich bewusst mit ihr beschäftigt, als ich vor ein paar Jahren meine Freundin Katy kennenlernte. Denn sie ist der größte Streisand-Fan, den ich kenne. Zuerst einmal habe ich festgestellt, dass sie zwar einige Filme gedreht hat und liebend gern schauspielert, aber eigentlich doch eher Sängerin ist. Ich kannte ihren Hit: “Woman in love”, aus dem Radio und mochte ihn und ihre Stimme sogar ganz gern. Ich dachte aber immer, da hat eine Schauspielerin mal einen Song aufgenommen...wie viele andere eben auch. Das sie aber unendlich viele Alben aufgenommen hat und eine oder vielleicht sogar die größte lebende Sängerin ist, war mir nicht klar. Katy, die vor über 20 Jahren bereits ihre Liebe zu Barbra entdeckt hat, erzählt mir immer wieder mal etwas von ihr. Bald darauf schickte sie mir Songs, die sie besonders schön fand. Und nach und nach fand auch ich gefallen an einigen Songs. Es brauchte aber seine Zeit. Anders als Meryl, die bei mir auch wenn ich sie vorher schon gut fand, mit ihrer Rolle der Donna bei Mamma Mia als Bombe eingeschlagen ist, brauchte ich bei Barbra etwas länger, bevor ich ihr und vor allem ihrer Musik verfallen bin. Viele Menschen vertreten die Meinung, dass Barbra Streisand nur Schnulzen singt. Ich muss ihnen sogar ein bisschen Recht geben, den die meisten Songs handeln von Männern, Beziehungen, Liebe und Träumen. Aber es gibt auch diese besonderen Songs, die einfach vom Menschen an sich handeln. Songs, die tief berühren, weil sie eine Botschaft in sich tragen, die zum Nachdenken anregen. Grundsätzlich muss man wohl einfach ihre Stimme mögen, um dann für sich Songs zu finden, die man gern mag. Als ich mich dann mit einigen Texten ein bisschen näher beschäftigt habe und auch persönlich eine Verbindung zu ihren Songs fand, begann ich mich für den Menschen hinter der Musik zu interessieren. Katy war mir hierbei eine große Hilfe, denn sie wurde nicht müde, mir Fragen zu beantworten. Außerdem schenkte sie mir “Eine intime Biografie” und beim Lesen dieser Biografie revidierte ich meine Meinung, die ja nicht mal eine vernünftige Grundlage hatte, sondern die ich mir selbst auferlegt hatte und stellte zu meiner Überraschung fest, sie ist gar nicht die Diva, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Ganz im Gegenteil. Sie ist unglaublich menschlich, sogar ein wenig schüchtern, ehrgeizig ja, aber für mich nicht überheblich. Sie ist bei einigen Menschen angeeckt, aber mal ehrlich, wer ist das in seinem Leben nicht? Sie wusste, was sie kann und hat es als Frau im Showbusiness nicht leicht gehabt. Kann man das überheblich nennen, wenn man weiß was man kann und Dinge umsetzen möchte, die zur allgemeinen Verbesserung beitragen? Vielleicht. Das ist wohl Ansichtssache. Aber es waren meistens die Männer, die mit ihrer Art nicht klar kamen. Das sagt doch schon so Einiges oder? Grundsätzlich muss sich natürlich jeder selbst eine Meinung darüber bilden, ob er Barbra mag oder nicht. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mit dem Lesen dieser Biografie natürlich nicht behaupten kann sie zu kennen. Aber ich kann viele Dinge besser verstehen. Sie hat es nicht leicht gehabt in ihrer Kindheit und Jugend und hat sich immer durchgeboxt. Gut so! Denn so ist sie zu einer starken Persönlichkeit geworden. Und mal ehrlich, was wäre uns Großartiges entgangen, wenn sie nicht für ihren Traum gekämpft hätte?Nachdem ich also den Menschen Barbra Streisand näher kennengelernt hatte, mich mit ihr und ihrer Musik identifizieren konnte, begann ich den einen oder anderen Film mit ihr anzuschauen. Und siehe da. Ich war von einigen Filmen restlos begeistert. „Nuts“, „Yentl“ oder „The Prince of Tides“ sollte man unbedingt einmal gesehen haben. Ich konnte auch plötzlich nicht mehr verstehen, warum ich sie nicht hübsch fand. Sie ist eine wunderschöne Frau, mit tollen Augen, unglaublich schönen Händen und ihre Nase ist genau richtig. Ihre Musik wird für mich immer Vorrang neben der Schauspielerei haben, denn wenn sie singt, dann ist das wie ein Traum. Eine kleine Flucht aus dem Alltag, begleitet von einer wunderschönen Stimme. Meine Liebe zur Streisand kam also nicht als Sturmflut, wie bei Meryl sondern baute sich nach und nach auf. Und heute kann ich mir ein Leben ohne Barbra nicht mehr vorstellen. Ich bin ihr und ihrer Stimme restlos verfallen.
Das waren nun viele Worte zu meinem Beginn mit Barbra. Jetzt komme ich zum eigentlichen Grund des neuen Blog-Eintrages.
An einem Tag im März bekam ich von Katy die Nachricht, dass Barbra für ein Konzert nach Köln kommen würde. „Nach Köln? Warum ausgerechnet nach Köln?“- Das waren meine ersten Gedanken. Ich hatte soeben meinen Urlaub genehmigt bekommen und hätte am betreffenden Termin sogar irgendwie nach Köln fahren können. Aber es war Urlaub bei meinen Großeltern geplant. Wie sollte ich ihnen erklären, dass ich lieber zu einem Barbra Streisand Konzert fuhr, anstatt sie zu besuchen? Ich denke, wenn es nur diese Option gegeben hätte, hätte ich trotzdem Karten gebucht, weil Barbra einmal live zu sehen war ein großer Traum. Aber wie gut, dass es Smartphones gibt, denn damit konnte ich auf die Homepage von Barbra schauen und siehe da - sie würde auch ein Konzert in Berlin geben. Und das sogar an dem Samstag, an dem ich sowieso in Berlin sein würde. Ich habe nicht lange nachgedacht, nicht nach den Ticketpreisen geschaut, sondern sofort die Tickethotline angerufen. Ihr könnt mir glauben, ich war extrem aufgeregt. Das erste Gespräch brach mittendrin ab und ich bin bald verrückt geworden, weil ich dachte, dass die Karten für ein Streisand-Konzert innerhalb weniger Minuten ausverkauft sein würden. Die Dame beim nächsten Gespräch beruhigte mich und nachdem alle Daten durchgegeben wurden, teilte sie mir mit, dass ich wenige Tage nach der Bezahlung, Tickets für das Konzert in Berlin in der Hand halten würde. Ich hab fast geweint vor Freude und habe sofort Katy geschrieben, dass wir nach Berlin fahren würden. Sie war entsprechend skeptisch, da sie bei ihrem ersten Konzerterlebnis mit Barbra 400 Euro für die Karte gezahlt hatte, ganz hinten saß und wir uns beide nicht leisten konnten, solch teure Tickets zu kaufen. Dieses Mal konnte ich beruhigen, da unsere Tickets sogar unter 100 Euro lagen. Sicher immer noch teuer genug und nicht in der ersten Reihe, aber wir würden auf diesem Konzert sein. Über die Ticketpreise bei einem Konzert von Barbra Streisand wird ja auch immer wieder spekuliert, sich beschwert und gemeckert. Aber wenn Barbra mit einem 60-Mann Orchester, einem bekannten Jazz-Musiker aus Amerika und einem Chor auf der Bühne steht, finden die Ticketpreise meiner Meinung nach durchaus  ihre Berechtigung. Und außerdem fließt auch immer Geld in ihre 1986 gegründete Streisand-Foundation, die sich unter anderem mit Rassenkonflikten, Menschenrechten und der Forschung von AIDS beschäftigt. Da gibt man gern den einen oder anderen Euro mehr aus, oder? Diese Thematik könnte man jetzt noch ausweiten, aber dann würde mein Eintrag ein Roman werden und diesen schreibe ich wohl erst später in meinem Leben. Die Tickets flatterten also, wie versprochen, ein paar Tage später ins Haus und die Freude war groß. So aufgeregt, wie bei Bekanntgabe der Konzerttermine, war ich allerdings nicht mehr. Klar, gab es in den Wochen bis zum Konzert immer wieder Momente, wo ich ein bisschen hibbelig deswegen war, aber grundsätzlich war ich sehr ruhig. Vielleicht, weil es “nur” ein Konzert war und kein Erlebnis wie auf der Berlinale letztes Jahr. Ich kann es nicht genau sagen. Aber auch wenn ich nicht so aufgekratzt war, freute ich mich sehr auf das Konzert und besonders darauf, es mit Katy zu erleben, weil es uns Barbra neben Meryl eben auch verbindet. Wir begannen nun wieder vermehrt Filme und Konzerte von ihr zu schauen und bereiteten uns somit auf das Konzerterlebnis vor. Als dann die ersten Videos, Fotos und Berichte von London und Amsterdam auftauchten, begann so langsam das Kribbeln im Bauch. Mein Urlaub rückte immer näher und es stand ja nicht nur der Besuch des Konzertes an, sondern vor allem wollte ich meine Großeltern sehen und meine lieben Berliner Freunde treffen. Das hatte natürlich einen ganz anderen Stellenwert, nicht weniger wichtig, das keinesfalls...aber eben anders. Freunde und Familie treffen in Verbindung mit dem Konzerterlebnis von Barbra machte das alles nur noch viel schöner. Es würde den Rahmen sprengen, würde ich nun ausführlich über die Zeit bei meinen Großeltern oder dem Treffen mit Freunden berichten. Es gibt viele Bilder von meinen Treffen in Berlin und die sprechen für sich. Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit zusammen, haben viel gelacht und es war wunderbar wieder mal in Berlin gewesen zu sein. Es war fast so, als wäre ich nie weggezogen. Es hat sich angefühlt, als würde ich nach Hause kommen. Und es ist schön zu wissen, dass ich in Berlin so tolle Freunde habe und Berlin immer ein Stückchen Heimat für mich sein wird.
Dann war er endlich da der große Tag. Der 15.06.2013. Ich war ja schon in Berlin und nur noch Katy musste den Weg, trotz Hochwasser pünktlich nach Berlin finden. Das klappte, obwohl wir uns im Voraus ziemlich verrückt gemacht haben, richtig gut und nachdem wir den Nachmittag mit lieben Freunden an unserem geliebten Potsdamer Platz genossen haben, sind wir viel zu früh Richtung O²-World getingelt. Wenn mich vorher jemand gefragt hätte, hätte ich gesagt, dass ich diejenige bin, die ausflippt und Katy diejenige sein wird, die die Ruhe selbst ist. Aber es war erstaunlicherweise genau umgekehrt. Während ich relativ ruhig war, wollte Katy am Liebsten schon um 17:00 Uhr in die Halle und dort auf Barb warten. Sie konnte nicht wirklich ruhig sitzen bleiben und um 19:00 Uhr betraten wir die Halle. Der Merchandise-Stand wurde aufgesucht und nach langem Überlegen, Überschlagen der Finanzen kauften wir uns beide ein T-Shirt, also ein Andenken an dieses Konzert. Und dabei hatten wir das Konzert ja noch nicht einmal gesehen. Was wäre wohl gewesen, wenn das Konzert richtig mies gewesen wäre? Hätten wir dann unser Geld zurückbekommen? Wohl eher nicht. Aber man kann sich nach den ganzen tollen DVD-Konzert-Aufzeichnungen eigentlich auch gar nicht vorstellen, dass ein Konzert von ihr nicht großartig sein würde. Mit unserer Beute im Gepäck suchten wir unsere Plätze. Und obwohl diese in der letzten Preiskategorie lagen, waren unsere Plätze mehr als perfekt. 1. Reihe im Oberrang, keiner der vor uns saß und freie Sicht auf die Bühne. Nach und nach fühlte sich die Halle und ich muss zugeben, ich war ein bisschen genervt, von den Leuten, die obwohl das Konzert um 20:00 Uhr beginnen sollte, erst um kurz nach acht an ihre Plätze gingen. Ich fand es den wartenden Fans und Barbra gegenüber unfreundlich, aber die Vorfreude auf Barbra überdeckte den Ärger rasch.



Dann ging es endlich los. Die Lichter gingen aus, „You´ll never know“ begann und Videoaufnahmen und Bilder der jungen Barbra erschienen auf der Leinwand. Ein Raunen ging durch die Menge und man spürte die Vorfreude auf Barbras Erscheinen. Das Publikum klatsche, pfiff und genoss die Diashow vergangener Tage. Dann begann das Orchester die Overtüre aus „Funny Girl“ zu spielen und wie durch Zauberhand stand plötzlich Barbra auf der Bühne, in einem goldenen Kleid, welches sie erstmals in Berlin an hatte. Es war ein Gänsehaut-Moment, als ihre Stimme erklang und sie begann „On a clear day you can see forever“ zu singen. Man befand sich sofort in einer Art Traum, der fast drei Stunden anhalten sollte. Nach dem Song begrüßte sie uns etwas holprig auf Deutsch mit: “Hallo Berlin!” Jubelnder Applaus zur Begrüßung unserer Barb. Sie lachte schüchtern und schien gerührt von dem Beifall der ihr gebührte. Sie spielte Songs, die ich nicht kannte, aber die waren ebenso besonders, wie die Songs, auf die ich mich vorab sehr gefreut hatte. Ich hing an ihren Lippen, studierte ihre Gesten, lächelte vor mich und ließ mich von ihr auf eine Reise entführen, die ich niemals vergessen werde. Und dann kam ein großer Moment für die deutschen Fans. Sie spielte in Berlin zum ersten Mal den Song, der in Deutschland ihr größter Hit war. „Woman in love“. Ein schöner Moment, wenn auch das Publikum ein bisschen träge schien, als Barbra sie aufforderte mitzusingen. Vielleicht trauten sich die Fans nicht, vielleicht aber wollten sie diesen besonderen Moment auch nicht durch eigenen Gesangseinlagen zerstören. Das es nicht gerade ihr Lieblingssong war, den sie auf der Bühne präsentierte, konnte man ihr ein bisschen anmerken. Kann man ihr das aber übel nehmen? Also ich kann es nicht. Sie hat ein Repertoire von so vielen Songs und wenn sie dann bei einem Song etwas schüchtern ist und vielleicht mal einen Texthänger hat, macht sie das für mich nur noch sympathischer, denn es zeigt, dass sie zwar unser aller Queen ist, aber letztendlich auch nur ein Mensch. Ein Mensch wie du und ich. In einem Artikel zu diesem Konzert war später zu lesen, sie hätte viel vom Telepromter abgelesen. Nun sie ist nicht die erste Künstlerin, die das macht und für mich ist das nicht weiter tragisch. Und zwar deshalb, weil sie es so geschickt angestellt hat, dass man es als Zuschauer gar nicht mitbekommen hat. Oder vielleicht war ich auch die Einzige, die es nicht mitbekommen hat, weil ich von Barbra so geblendet war. Wenn man bei den ersten Songs schon das Empfinden hatte, dass dieser Bühnenauftritt sehr persönlich, wenn nicht sogar sehr intim gestaltet war, so wurde diese Empfindung noch mal gesteigert, als „Nature Boy“ von ihrem Sohn Jason gezeigt wurde. Ihr und ihrem Geburtstag zu Ehren hatte er einen kleinen Film gedreht und Barbra sprach hier und da ein paar Worte zu den eingeblendeten Bildern und Videos. Als sie dann mit Jason „How deep is the ocean“ sang, konnte man spüren, wie innig das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist. Ihre Augen leuchteten, als er sang. Sie war stolz und ich glaube ihr Herz sprudelt in solchen Momenten immer wieder über vor Mutterliebe. Ein rührender Augenblick.



Sie überließ ihm die Bühne für einen weiteren Song und kam dann in schwarz gekleidet zurück auf die Bühne. Barbra hat während ihrer Konzerte eine schöne Tradition, von der Katy mir vorher schon berichtet hatte und die auch in Berlin weitergeführt werden sollte. Denn man konnte Fragen auf einen Zettel schreiben, diesen in ein Kästchen werfen und wenn man Glück hatte, dann zog sie einen dieser Zettel und beantwortete Fragen ihrer Fans. Sie war schlagfertig in ihren Antworten, amüsiert und aufrichtig. Dann kam ein Hammersong nach dem anderen. „Guilty“, „Enough is enough“, und „The way we were“, nur um einige zu nennen. „The way we were“ wurde wieder mit Bildern untermalt, dieses Mal als Gedenken an den Komponisten und langjährigen Freund Marvin Hamlisch. Sie holte sich Unterstützung von dem Jazz-Trompeter Chris Botti, der schon mit einigen großen Künstlern auf der Bühne gestanden hat und performte mit ihm auf besondere Weise: „What I´ll do“ und „Lost inside of you“. Sie sang „Evergreen“ mit totaler Hingabe und huschte für einen letzten Outfitwechsel von der Bühne. Währenddessen beglückten uns die Violinistin Lucia Micarelli und Chris Botti mit einer tollen Darbietung.



Dann läutete Barbra nun in rot gekleidet den Schlussakt ein und natürlich durfte „People“ nicht fehlen, wenn Barbra auf der Bühne stand. Zum großen Highlight des Schlussaktes gehört aber auch zweifelsohne „Make our garden grow“, welches sie mit Jason, Chris Botti, Lucia Micarelli, ihrer Schweser Rosyln, dem Chor Junges Ensemble Berlin und sogar drei Opernsängern von Adoro sang. Als sie bei diesem Song in den letzten Takten kurz „Somewhere“ anstimmte, konnte sich das Publikum kaum halten vor Freude. Da „Somewhere“ einer meiner Lieblingssongs ist, war das für mich natürlich einer der besonderen „WOW-Momente“ bei diesem Konzert. Ihre Schwester blieb dann bei ihr auf der Bühne und sie sangen gemeinsam Charlie Chaplins „Smile“. Danach luden „Happy days are here again“ und „Some other time“ ein letztes Mal zum Träumen ein. Man spürte, dass diese kleine Reise sich dem Ende neigte. Dann aber überraschte Barbra alle im Saal noch einmal, als sie ein letztes Mal auf die Bühne kam und nach 13 Jahren das erste Mal wieder „Send in the clowns“ live sang. Und wenn man vorher nicht schon einige Tränen in den Augen hatte, weil man so tief berührt war von ihr und ihren Songs, dann blieb spätestens bei diesem leicht melancholischen aber durchaus grandiosen Abschluss kein Auge trocken. Die Fans jubelten und klatschten noch minutenlang, aber als die Lichter dann angingen, wusste jeder, dass dieses Erlebnis nun zu Ende war. Man brauchte einen Moment, um sich zu sammeln, man schüttelt diese gemeinsamen Stunden mit Barbra nicht so einfach ab. Ich habe bereits einige Konzerte besucht von tollen Künstlern, aber es gibt keinen Vergleich zu einem Streisand-Konzert. Sicher, auch andere wie beispielsweise Maria Mena gestalten ihre Konzerte sehr persönlich, aber bei Barbra habe ich nicht gemerkt, dass außer uns noch 12000 andere Menschen in der Halle waren. Man hätte glauben können, man säße mit ihr im Wohnzimmer, trinkt ein Glas Wein und irgendwann beginnt sie einfach leise zu singen. Ihre Stimme gab der Halle diese persönliche Note, denn jeder spürte diese Stimme, diese Frau direkt in seinem Herzen. Sie machte Späße auf der Bühne, schlürfte ihren Tee durch einen Stromhalm, war charmant, flirtete mit den Fans und allein dieses Auftreten wird nachhaltig in Erinnerung bleiben. Man fühlt sich ihr nicht nur unglaublich nah, durch diese unvergesslichen Stunden, sondern hatte das Gefühl, man könne schweben, Berge versetzen und die Welt besteht aus rosafarbener Zuckerwatte. Das klingt kitschig? Ja, ist es auch. Aber warum immer mit Hektik, Stirnrunzeln und Ärger durchs Leben stolpern? So ist es viel schöner. Es ist befreiender und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, macht nicht nur einen selbst glücklich, sondern auch andere Menschen. Leider vergisst man das viel zu oft.
Jeder nimmt seine Empfindungen und seine besonderen Momente von dieser kleinen Reise mit nach Hause, lässt sie in Gedanken, durch Fotos und kleine Videoaufnahmen Revue passieren. Mein Wiedersehen mit Berlin hätte schöner nicht sein können. Nachdem ich nun innerhalb weniger Jahre zum zweiten Mal einen Neuanfang gestartet habe und Berlin bereits wieder hinter mit liegt, der Start wieder einmal nicht leicht war und es Momente gab, in denen man sich fragt, ob das alles richtig ist, was man macht und wie man es macht, man nicht weiß ob man je auf einen grünen Zweig kommt, kann ich nun mit einem Auszug aus Barbras Song antworten. „Happy days are here again. The skies above are clear again. So let´s sing a song of cheer again. Happy times, happy days, happy nights are here again!“
Jetzt ein paar Tage nach diesem ergreifendem Erlebnis bin ich nur noch eine größere Bewunderin von Barbra Streisand, ihrer Stimme, ihren Leben und dem, was sie Großartiges geschaffen hat. Es gibt eine ganz eigene Fankultur, die im Moment sehr aktiv betrieben wird und in der man gern mit anderen teilt, was man besonders mag von ihr. Man verständigt sich mit Fans aus der ganzen Welt und ist glücklich darüber, dass es so viele Gleichgesinnte gibt. Direkt nach dem Konzert in Berlin, ist sie nach Israel geflogen, um dort neben dem Geburtstag von Staatsoberhaupt Schimon Peres zwei Konzerte zu geben. Und als dort die ersten Bilder auftauchten, die ersten Videos zu sehen waren, hatte man das Gefühl, eine Freundin ist auf Reisen und teilt mit uns, was sie in der Welt erlebt. Das zweite Konzert in Tel Aviv war das 100. Konzert ihrer Karriere und vielleicht kann man den Gerüchten glauben schenken, dass es ihr letztes Konzert war. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich so noch einmal live sehen könnte, aber eigentlich bin ich nicht traurig, denn ich war dabei. Barbra Streisand hat Musikgeschichte geschrieben. Ich bin dankbar einen Abend dieser Geschichte mit meiner Katy erlebt zu haben. Das kann uns keiner nehmen und wird eine ebenso große Bedeutung haben, wie unser Erlebnis mit Meryl im letzten Jahr. Ein Vergleich zwischen beiden Erlebnissen werde ich nicht anstellen, aber was Meryl Streep als Schauspielerin ist, ist Barbra Streisand als Sängerin. Eine lebende Legende.
Abschließen möchte ich meine Zeilen hier mit einem Zitat aus der Berliner Morgenpost, welches ich sofort unterschreibe und dem man nichts hinzufügen muss.

„Bei einem Streisand-Konzert fühlt sich jeder wie ein Schmetterling in einem Disney-Film.“






Sonntag, 19. Februar 2012

Meryl Streep auf der Berlinale 2012 – Ein Traum geht in Erfüllung – ein Tag voller Emotionen!

Mehrfach habe ich nun den Versuch gestartet, dass Erlebte vom diesjährigen Valentinstag in Worte zu fassen und bin immer wieder daran gescheitert. Es ist beinahe unbeschreiblich, was dort passiert ist und um vielleicht später ein paar Worte dafür zu finden, muss ich wohl erstmal erklären, warum ein „Treffen“ mit Meryl Streep so besonders ist und letztendlich nicht nur bei mir zu Tränen geführt hat.

Meryl Streep – die beste Schauspielerin aller Zeiten! Für mich sowieso und einige meiner Freunde sehen das ebenso. Nur warum ist sie für uns und speziell für mich die Beste? Es liegt sicher nicht an ihren Auszeichnungen oder den vielen zahlreichen Nominierungen, denn als Meryl Streep bewusst in mein Leben trat, war das für mich eigentlich eher uninteressant. Auch wenn sie nicht einen Preis gewonnen hätte, wäre ihre Leistung in dem Film MAMMA MIA trotzdem spektakulär für mich gewesen. Denn mit diesem Film fing alles an.


Meryl Streep als Donna Sheridan in MAMMA MIA

Als jemand, der die Musik von Abba sehr mag, war es fast ein Muss zu diesem Film ins Kino zu gehen. Auch wenn ich vorher sehr skeptisch war, dass man einen Film mit tollen Songs dieser Band füllt und diese dann unter anderem von Pierce Brosnan gesungen werden sollten. Pierce war für mich damals nur ein James Bond und 007 und Abba gingen in meinem Kopf nicht zu vereinbaren. Natürlich habe ich auch gewusst, dass Meryl Streep eine Rolle spielt, aber ich dachte, sie wird das können, denn sie ist großartig. Ja, das wusste ich schon damals, wenn ich auch hätte nicht im Einzelnen sagen können, welche Filme ich mit ihr schon gesehen habe. Nun jedenfalls war es im Kino so, dass ich begeistert war, über die gute Laune und mit jedem Song steigerte sich das Gefühl, dass dieser Film einfach nur wunderbar ist. Als sie mit Pierce dann SOS sang und direkt danach Slipping through my fingers, kämpfte ich das erste Mal mit den Tränen. The winner takes it all, welches schon immer eines meiner Lieblingslieder von Abba war, brachte dann aber wirklich alles raus und ich weinte viele viele Tränen. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie eine so schöne Version dieses Songs gehört. Selbst Agnetha und Frida haben meiner Meinung nach diesen Song nicht einmal mit so viel Gefühl gesungen, wie Meryl das in diesem Film getan hat.

Meryl Streep im Februar 2012

Von diesem Moment an war ich absolut geflasht von ihr und dieser Leistung. Ich stellte das ganze Internet auf den Kopf und sah mir unzählige Videos von ihr an. Ich erkannte schnell, dass diese Frau etwas Besonderes sein muss, denn in all den Videos strahlte sie etwas so unglaublich Positives für mich aus. Ich suchte nach einem Forum, um noch mehr über sie zu erfahren und stolperte schließlich über das bis dahin einzige deutsche Fanforum von ihr. Ich las ein paar Tage einfach nur die Einträge und wollte mich nicht so recht anmelden, weil ich dachte, diese Faszination ist wahrscheinlich nur eine Phase und man muss sich ja nicht überall anmelden, nur weil man gerade mal einen Film gut fand. Aber schon bald musste ich feststellen, dass ich gar keine Lust hatte, es nur als Phase zu sehen. Sie hatte mich schon voll in ihrem Bann. Am 07.08.2008 nun war der Tag an dem ich mich in dem Forum anmeldete und das sollte mein ganzes Leben verändern. Innerhalb weniger Wochen hatte ich alle Filme, die es zu kaufen gab zu Hause und ich musste feststellen, dass ich die Meisten davon sogar kannte. Der Teufel trägt Prada hatte ich sogar schon lange vorher im Regal stehen, weil ich so fasziniert war von dem Film. Das es sich um ein und dieselbe Schauspielerin in diesem Film und MAMMA MIA handelte, war mir gar nicht bewusst und ich war dementsprechend überrascht. Die Brücken am Fluss habe ich lange lange vorher einmal gesehen, für wunderbar befunden, aber wieder vergessen. Als ich dann den Film laufen ließ und ich mich daran erinnerte, wie toll ich den Film fand und erkannte, dass auch das Meryl Streep war, war es glaube ich endgültig um mich geschehen. Nach und nach bekam das Forum einen wichtigen Platz in meinem Leben und schon bald, war ich dort jeden Tag online. Irgendwann sogar schrieb ich eine eigene Fanfiction über Meryl Streep und erst ab diesem Moment begann ich Meryl erst so richtig kennen zu lernen. Das Schreiben dieser Story war toll, aber ich würde es heute nicht noch mal machen, weil es meiner Meinung nach doch einfach zu sehr in ihre Privatsphäre drang, auch wenn sie selbst dieses Story niemals gelesen hat. Nach und nach freundete man sich mit einigen Usern aus dem Forum an und ich lernte aus allen möglichen Bundesländern und sogar aus Belgien wunderbare Streeper kennen. Einige waren eine kurze Begegnung in meinem Leben und andere zähle ich heute zu meinen wichtigsten Freunden. Ich bin sogar mit einem Streeper-Mädchen weit weg von Trier, in der Nähe von Berlin zusammengezogen. Da sieht man, wie sehr Meryl Streep und das Forum mein Leben verändert hat. Je mehr ich Meryl Streep kennen lernte und sie als Schauspielerin schätzte, umso mehr begann ich den Menschen Meryl Streep zu mögen. Es ist unglaublich, was sie ausstrahlt und wie sehr sie einen bewegen kann. Keiner von uns Streepern kann sagen, dass wir Meryl Streep kennen, obwohl wir so viel von ihr wissen. Es sind die kleinen Momente, die man in Interviews oder in ihren Reden bei Preisverleihungen sieht, die einen tief berühren. Um Meryl Streep und ihre Bedeutung in meinem Leben zu beschreiben, müsste ich wohl einen Roman schreiben und man würde am Ende wahrscheinlich noch immer nicht dahinter kommen, was ich nun eigentlich sagen will. Sie verändert Leben, schenkt Liebe und strahlt von Innen. Sie wirkt so unglaublich ruhig und gelassen und das Positive in ihr, lässt einen selbst strahlen und man wünscht sich, ein bisschen so zu sein wie sie. Und damit meine ich nicht die Schauspielerin, sondern den glücklichen Menschen Meryl Streep. All das ist ihr wahrscheinlich gar nicht bewusst. Sie schafft es Tränen zu trocknen, aber auf der anderen Seite auch nicht gelebte Gefühle zuzulassen. Für mich ist sie nicht nur die großartigste, wandelbare Schauspielerin, nein sie ist die Frau in meinem Leben, die mir gezeigt hat, dass man nicht nur an sich selbst denken sollte, die mich strahlen lässt, wenn es mir nicht gut geht, die mein Leben verändert hat und die mir vor allem ein paar wunderbare Freunde geschenkt hat und das allein, weil es sie gibt!

Als die Nachricht kam, dass Meryl Streep der goldene Ehrenbär verliehen wird, befand ich mich im hohen Norden bei Katy, einer mir sehr wichtigen Freundin, die ich ebenso im Forum kennen gelernt hatte. Lange vorher haben wir immer rumgesponnen, dass die Berlinale 2012 doch wirklich perfekt wäre, um The Iron Lady vorzustellen. Denn es würde nicht nur zeitlich passen, sondern auch vom Thema her, wäre es ein guter Film für die Berlinale. Ich als kleiner Facebook-Junkie hatte die Nachricht über Meryl Streep und den goldenen Ehrenbären schon gelesen, als wir gerade im Supermarkt waren, bevor Katy mir davon erzählte. Aber bewusst war mir das nicht. Denn ich dachte, bekommt sie wieder mal einen Preis. Und damit war es abgehakt. Als Katy dann aber meinte, es sei der Ehrenbär der Berlinale war die Aufregung groß. Die Reaktion darauf konnte unterschiedlicher nicht sein. Während ich total hibbelig war, ging es Katy dabei nicht so gut, denn sie hatte mit den Tränen zu kämpfen. Jeder hatte in diesem Moment mit seinen eigenen Gefühlen zu kämpfen, vor allem aber wohl auch mit den eigenen Ängsten. Während die ersten Nachrichten eintrudelten und schon die ersten Telefonate deswegen geführt wurden, verdrängte man das Wesentliche. Nämlich, so wunderbar ein solcher Tag werden könnte, so sehr hatte man aber auch Angst, dass so ein Moment mit Meryl, all das zerstören könnte, was man in ihr sieht. Für mich war sehr schnell klar, dass ich diesen Tag ohne Katy nicht erleben wollte. Für sie war es nicht ganz so einfach und sie brauchte einige Zeit, um sich damit auseinanderzusetzen und hat schließlich die inneren Ängste zwar nicht bekämpft, aber dann soweit ignoriert, dass sie die Zugfahrt sofort gebucht hat und ich war mehr als glücklich und ehrlich gesagt auch erleichtert über ihre Entscheidung.


Motivationspost aus dem Norden für die lange Übernachtsaktion in den Arkaden

Viele viele Menschen übernachten in den Arkaden am Potsdamer Platz um an die begehrten Premieretickets zu kommen

Nun galt es Urlaub einzureichen und obwohl es noch fast sechs Wochen waren, bis zum Valentinstag, begannen die ersten Organisationen. Zahlreiche Telefonate mit der Berlinale direkt wurden geführt, nur um auf Nummer sicher zu gehen, dass Meryl Streep wirklich nach Berlin kommen würde. Als diese Zweifel ausgeräumt waren, setzte man sich so langsam mit dem Gedanken auseinander, dass man, um an Karten für die Premiere und in diesem Rahmen stattfindende Vergabe des Ehrenbärens an Meryl Streep, in den Arkaden am Potsdamer Platz Berlin, übernachten müsste. Nach und nach begann das Feedback, dass alle ihren eingereichten Urlaub auch genehmigt bekommen haben und als das Programm der Berlinale 2012 feststand, galt es wieder Telefonate mit der Berlinale direkt zu führen, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, dass wir auch in der richtigen Nacht im Einkaufszentrum übernachten. Es herrschte immer wieder Verwirrung über den Kartenkauf und den Premiereabend und ich muss gestehen, dass mich persönlich das manchmal echt fertig gemacht hat. Denn ich stand unter enormen Druck, wofür nur ich allein verantwortlich bin, aber es gab Momente, da wollte ich einfach nichts mehr hören und sehen. Denn der Gedanke daran, dass wir vielleicht doch einfach nicht zu richtigen Zeit am richtigen Ort sind, war unerträglich. Dann nun kam der Freitag und viel zu früh trafen wir uns in den Arkaden. Denn die Ticketschalter schlossen um 20:00 Uhr und Cori und ich waren schon um 13:00 Uhr vor Ort. Nun denn, wir überstanden die Stunden mit Essen und Quatschen und als es dann endlich soweit war und die Schalter schlossen, waren wir glücklich zuerst vor den Schaltern unser Lager aufschlagen zu können. Die erste Hürde war also geschafft. Es folgten lustige Stunden mit allerhand komischer Menschen, die Fotos machten, Interviews führen wollten und anderen die einfach durch ihre Anwesenheit schon für den einen oder anderen Lacher sorgten. Ich sage nur Kevin Mädels! Freaky, Cori, Flora, Brina und ich waren eine lustige Runde. An diesem Abend nahmen wir auch zwei neu kennen gelernte Streeper, nämlich Natascha und Eva in unserer Mitte auf. Und als ich dann noch Katy am Hauptbahnhof abholte, war unsere Runde endlich komplett. Es folgte eine lustige, aber auch anstrengende Nacht. Während ein Teil schlief, ob nun aus Müdigkeit oder Krankheit, waren drei von uns durchgängig wach. Es war nicht wirklich bequem, wenn man nicht die Möglichkeit hat sich ordentlich auszustrecken. Man spürt den Rücken, ist müde und fragt sich, warum man sich das eigentlich antut. Die Frage ist schnell beantwortet, denn für Meryl Streep würde man wahrscheinlich noch so einiges mehr machen. Als die letzten Minuten anbrachen, wurde die Aufregung wieder größer und die Verkäufer hinter den Scheiben des Ticketschalters müssen wirklich gedacht haben, wir hätten einen ordentlichen Schaden. Alle redeten durcheinander und die Nummer: 140015 ist wohl die Nummer, die wir alle nie wieder im Leben vergessen werden. Denn das war die Ticketnummer für Meryls Film. Mit kleinen Verzögerungen war es uns dann aber möglich der Verkäuferin die Nummer zu sagen und ich bin mir fast sicher, dass es den einen oder anderen kleinen Herzaussetzer bei uns gab. Punkt 10:00 Uhr dann hielt man seine Tickets in der Hand und während man auf die anderen wartete, mit ihren Tickets, man es noch nicht wirklich realisierte, dass wir wirklich zur Premiere gehen würden, flossen die ersten Tränen. Tränen der Erleichterung nach dieser anstrengenden Nacht. Ein Blick auf die Tickets bescherte uns außerdem ein zweites Hochgefühl, da es sich um Tickets direkt im Parkett handelte, das bedeutete also, dass wir nicht nur in einem Kino mit Meryl Streep sein würden, nein wir hatten außerdem das Glück, dass wir in den ersten Reihen direkt vor der Bühne sitzen würden. Meryl Streep hautnah war mein erster Gedanke. All diejenigen, denen wir Karten mitbringen wollten, wurden auf unterschiedliche Weise informiert und wir machten uns auf den Heimweg, um endlich ordentlich ein paar Stunden zu schlafen. Ich muss sagen, die Nacht war sehr anstrengend und man wünscht sich so oft ins warme und kuschelige Bett, aber ich würde es immer wieder für einen Abend mit Meryl Streep tun.

Völlig fertig, aber sehr glückliche Besitzer von Tickets für die Premiere von The Iron Lady

Colin Firth als glücklicher Prinz, der unserer Cinderella den Schuh anziehen darf

Den Tag nach dieser Nacht kann ich nicht mehr wirklich wiedergeben, weil wir den Großteil davon verschlafen haben. Auch war der Sonntag für Katy und mich eher ruhig, während Brina sich aufmachte, Nora aus Ungarn zu treffen und ihre Freundin, die Franzi einzusammeln. Zusammen machten wir es uns später am Abend bequem und schauten gemeinsam den BAFTA (British Academy of Film and Television Arts), in der Hoffnung, dass Meryl nach 30 Jahren endlich wieder einmal diesen Preis erhielt. Während Brina und Franzi die ganze Zeit über wussten, wer gewonnen hat, da die Verleihung mit zwei Stunden Verzögerung übertragen wurde und sie das Ergebnis vorab schon im Internet gelesen hatten, waren Katy und ich ahnungslos und wir freuten uns riesig, als Colin Firth dann endlich Meryls Namen verlas. Colin ihr kleiner Glücksbringer, der nicht nur einfach wunderbar ist, nein er ist auch noch ihr Prinz und half ihr, ihren verlorenen Schuh wieder anzuziehen. Zu wissen, dass unsere Cinderella nun schon in Europa war, ließ das Herz noch ein bisschen schneller klopfen. Am nächsten Morgen machten sich Brina und Franzi auf dem Weg nach Berlin, stellten sich mehrere Stunden in die Kälte, um am Abend dann einen Blick auf Brad Pitt zu erhaschen. Während ich mit den ersten Erscheinungen einer Erkältung zu kämpfen hatte, machten wir uns einen ruhigen Tag, an dem wir letzte Vorbereitungen für den Valentinstag trafen, einschließlich des Bemalens eines großen Bettlakens, um unsere Cinderella Willkommen zu heißen. Am Abend gab es noch einen kurzen Moment der Aufregung, als Brina uns mitteilte, dass Meryl in der Stadt in einem Restaurant gesichtet wurde. Nun war ich in Tränen aufgelöst, nicht weil ich nicht vor Ort war und Meryl schon einen Tag früher sehen konnte, sondern weil mir bewusst wurde, dass sie wirklich da ist. Wir würden sie auf jeden Fall am nächsten Tag sehen. Das war ein komischer Moment, denn man hatte leicht den Anschein haben können, dass ich neidisch bin, auf das Erlebnis was Brina, Franzi und die anderen an diesem Tag schon hatten. Aber dem war nicht so, weil es gar keine Möglichkeit gegeben hätte, dorthin schnell hinzufahren und auch waren die Umstände für mich einfach nicht die richtigen. Denn Meryl war dort abends essen, in privater Runde. Ich weiß, dass Brina und die anderen Mädels Meryl mit Respekt behandelt haben und sich nicht auf sie gestürzt haben und doch haben die Paparazzis und die Autogrammjäger wohl ein bisschen die Stimmung zerstört. Das Schlimme daran ist, dass die Zeitungen das nicht differenzieren konnten und einfach geschrieben haben, dass die Fans Meryl belagert haben, was in dem Falle ja so gar nicht war. Gut, warum sollte ein Reporter das auch differenzieren wollen? Die schnelle Schlagzeile zählt und nicht das, was dahinter steckt. Die Nacht war dann recht kurz, weil man nicht wirklich viel schlafen konnte und als dann morgens um 05:30 der Wecker klingelte, war man zwar gerädert, aber dennoch auch voller Vorfreude auf den bevorstehenden Tag.
Eisern am Durchhalten

Unser tolles Plakat und so langsam wird es voll um uns herum

Da war er nun, der Valentinstag 2012, der Tag an dem wir die Chance haben würden, Meryl Streep live und in Farbe, hautnah zu erleben und zu sehen. Die letzten Sachen wurden eingepackt, Akkus und Fotoapparate gecheckt und eine letzte Zigarette auf dem Balkon geraucht. Ein morgendliches Umarmen von Katy und mir mit den besten Wünschen zum Valentinstag, war glaube ich der einzige Moment am ganzen Tag, an dem es einfach nur ein normaler Valentinstag war. Die Bus– und Bahnfahrt verlief planmäßig und an der Friedrichstraße deckten sich die ersten mit Kaffee ein. Das erste Brötchen wurde vertilgt und weiter ging es zum Potsdamer Platz. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir tatsächlich die ersten an der Absperrung zum Eingang der Pressekonferenz hinter dem Hyatt-Hotel waren. Eigentlich klar, denn selbst die dreistesten Autogrammjäger lagen noch in ihren kuscheligen Betten. Dann galt es nachzufragen, wo der Rest sich aufhielt. Während Cori, Tanja und Nicole sich verquatscht haben und nachdem sie unterwegs waren, sogar noch mal umkehren mussten, weil die wichtigen Bilder vergessen wurden, erreichten Natascha und Eva nach einem langen Stau, das Ziel und schließlich war auch Freaky bei uns angekommen. Auf gegenüberliegenden Seiten machten wir es uns also bequem und kurze Zeit später gesellten sich auch Cori, Tanja und Nicole zu uns. Unsere Runde war also komplett und die nächsten Stunden verbrachte man damit heißen Kakao zu trinken, die Nasen und Finger an Taschenwärmer zu wärmen und zu versuchen zu spüren, ob alle Finger und Zehen noch funktionstüchtig waren. Die ersten Autogrammjäger erreichten nun auch ihr Ziel und es gesellten sich Mandy und KriSSi zu uns. Dann kam Tina, die Betreiberin des legendären internationalen Forums von Meryl Streep und stellte sich uns vor. Ein kleines Highlight schon zu diesem Moment, denn wir alle sind ihr überaus dankbar für das, was sie seit Jahren beinahe jeden Tag für uns macht. Sie ist die Erste, die Infos hat, die sie mit uns teilt, die Videos von Verleihungen postet und uns mit zahlreichen Bildern den Tag versüßt. Ihr das erste Mal gegenüberzustehen und zu sehen, wer hinter dem Ganzen steckt, war für mich eine große Ehre und mir eine besondere Freude. Man ging noch so einigen Beschäftigungen nach, holte heiße Getränke, freute sich über den freien Toilettenzugang bei Starbucks und deckte sich mit Berlinale-Souvenirs ein. Und wenn man gehofft hatte Corinna Harfouch zu sehen, die am selben Tag eine Premiere im Berlinale-Palast hatte und auch einen Termin zur Pressekonferenz hatte und die einige gern gesehen hätten, wurde man leider enttäuscht, da sie von der anderen Seite ins Hyatt gelangte und so bei uns gar nicht vorbei kam. Letztendlich war dies für mich persönlich aber nicht so schlimm, weil an dem Tag sowieso eigentlich nur Meryl Streep zählte. Die letzten Stunden aber rührte man sich kaum noch von der Stelle, aus Angst den guten Platz wieder aufgeben zu müssen. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen und Freaky hatte ordentlich darunter zu leiden, dass ich meine Füße irgendwann nicht mehr unter Kontrolle hatte und ständig auf ihren Füßen herumgetrampelt bin. Ein netter junger Mann namens Steffen gesellte sich zu uns und brachte Stimmung in die Menge, in dem er Schlagerlieder anstimmte und unsere Tanja wohl einen Volltreffer nach dem anderen landete und alle Lieder zweifelsfrei erraten hat. Gut, ich sage einfach mal, dass es daran liegt, dass der Schlagermove jedes Jahr in Hamburg stattfindet. Eine andere Begründung kann ich mir echt nicht vorstellen. So langsam aber konzentrierte sich dann doch jeder auf sich selbst, checkte die Bilder für eventuelle Autogramme, die Kameras waren bereit und man fieberte innerlich dem großen Moment entgegen.

Da ist sie und soeben dem Rolls Royce entstiegen

Und direkt winkt sie ihren Fans

Seht ihr, wie sie strahlt?

Einfach bezaubernd diese Frau!

So unglaublich nah...

Sie wirkt so aufmerksam...

Ein einigermaßen ordentliches Bild habe auch ich in der ganzen Aufregung hinbekommen

Viele Autogrammjäger, aber einige besondere Fans!

So ungefähr hat es wohl ausgesehen, als sie direkt vor mir stand...so nah war sie mir jedenfalls und allein bei dem Gedanken daran bekomme ich wieder Gänsehaut...

Da ich persönlich eigentlich nicht damit gerechnet habe, dass sie so „schnell“ schon kommt, weil die Securityleute meinten, es würde noch eine ganze Weile dauern, war ich entsprechend überrascht als schließlich ein schwarzer Rolls Royce vor fuhr. Natürlich konnte in diesem Auto nur Meryl Streep sitzen, weil Ehre wem Ehre gebührt, nicht wahr? Als die Türen geöffnet wurden und man den ersten Blick auf Meryl erhaschen konnte, war man absolut nicht mehr in dieser Welt. Katy formulierte es später treffend, in dem sie sagte, sie saß dort drin, wie die Queen. Unglaublich, wie schnell mein Herz schlug und ich bin mir nicht mal mehr sicher, ob ich einmal Luft geholt habe, so lange sie dort genau vor uns war. Das beim Öffnen der Tür des anderen Autos der Rolls Royce in dem Meryl Streep saß beschädigt wurde, habe ich überhaupt nicht mitbekommen. Ich habe sie einfach nur angeschaut. Sie stieg aus und lächelte den Fans auf allen Seiten zu. Sie winkte in die Menge und verteilte zahlreiche Kusshände. Zuerst begab sie sich auf die Seite, auf der Brina, Franzi, Natascha und Eva standen und verteilte dort ihre Unterschrift auf den ihr hingehaltenen Bildern. Und die ganze Zeit über lächelte sie, drehte sich mal hier und dort um und machte all dies in einer Seelenruhe. Irgendwann drehte sie sich endgültig zu uns herum und kam auf uns zu. Das Gedränge nahm zu und plötzlich wollte sicher jeder ganz vorne stehen. All das tangierte mich im Gegensatz zur letzten Berlinale mit Vanessa Redgrave kein bisschen. Beinahe alle Leute um mich herum hielten ihre Bilder nach vorn, weswegen die Sicht auf Meryl natürlich nicht mehr so einfach war. Meine Bilder rutschten nach unten und wenn ich sonst immer laut bin und der Klassenclown zuzusagen, war es mir in diesem Moment nicht möglich meine Bilder nach oben zu packen, damit auch ich eine Chance auf ein Autogramm hatte. Eigentlich war auch das gar nicht mehr wichtig. Nachdem ich es einmal geschafft hatte einigermaßen gelungenes Foto von ihr zu machen, habe ich sie einfach nur noch angeschaut. Das war so viel wichtiger, als ein Bild oder ein Autogramm. Irgendwann stand sie dann direkt vor mir Katy und mir und dieser Moment, dieses Bild und ein kurzer lächelnder Blick von Meryl Streep, werde ich wohl nie in meinem Leben vergessen. Man kann kaum in Worte fassen, was mit einem passiert in diesem Augenblick, denn Meryl strahlte eine Ruhe aus und es war eigentlich trotz dem sie so ruhig war und nur immer wieder leise Thank you sagte, kaum möglich zu atmen und das innere Bauchkribbeln zu unterdrücken. Sie war so echt und wenn man vorher die Angst hatte, dass dort eine Frau aus dem Auto steigt, die zwar Meryl Streep war, aber eben doch nur so, wie im Fernsehen aussah, wurde eines besseren belehrt. Denn sie war nicht nur wunderschön, sondern sah noch atemberaubender aus, als man sich das je hätte vorstellen können. Natürlich war sie geschminkt, aber das war meiner Meinung nach eher dezent gehalten und für eine Frau mit einem Alter von 62 Jahren hatte sie erstaunlich wenig Falten. Diese Positivität, die einem in ihren Reden und Interviews immer wieder über den Weg läuft, bekam man nun mit voller Wucht zu spüren. Denn auch wenn sie nichts sagt, strahlt sie einfach soviel aus, dass wenn jeder Mensch das so sehen würde, wir alle bessere Menschen wären. Allein durch ihre Anwesenheit hat man das Gefühl, man würde schweben. Diese tiefe Ausgeglichenheit und die Zufriedenheit zu spüren, nahm mir den Atem. Meryl Streep spielt in meinem Leben und in dem Leben vieler anderer Menschen jeden Tag eine große Rolle und sie ist jeden Tag allgegenwärtig, jetzt war es so, dass wir für einen Bruchteil ein Teil ihres Lebens waren. Um den Moment wirklich in Worte fassen zu können, müsste Liebe neu definiert und Worte neu erfunden werden, denn eigentlich kann man nicht erklären, was man gefühlt hat. Das kann wohl nur jeder für sich selbst bestimmen und empfinden. Auch hier fand ich einen Satz von Katy sehr passend, die mir sagte, müsste man Perfektion erklären, müsste man sagen dass das Meryl Streep ist. Und ja, ich gebe ihr da vollkommen recht, denn sicher ist sie kein perfekter Mensch, das ist wohl niemand, aber es hat den Anschein, dass es so ist und dieser kleine Moment, in dem ich abschalten konnte und nichts außer mir und Meryl wahrgenommen habe, war der perfekte Augenblick, den es wohl in meinem Leben nur selten geben wird. Als sie sich dann umdrehte, noch einmal winkte und schließlich im inneren des Gebäudes verschwand, war es vorbei mit meiner Fassung. Ich habe kaum noch Luft bekommen und die Tränen rannen mir übers Gesicht. Ich glaube ein Teil der Menschen um mich herum hat geglaubt, dass ich so aufgelöst bin, weil ich kein Autogramm bekommen habe, aber dem war nicht so. Denn was ist ein Stück Papier im Gegensatz zu diesem wunderbaren, unvergesslichen Moment? Nein, ich war und bin noch überwältigt von diesen Sekunden, von ihr und was sie in mir auslösen konnte. Ich habe kein Autogramm, aber das ist gar nicht schlimm. Ich freue mich für jeden Fan, der ein Autogramm von ihr erhalten hat und sich daran erfreuen kann. Ich nehme für mich diese Augenblicke mit Meryl im Herzen mit und bin nicht mal sehr traurig darüber, dass weil es ja anfing zu schneien, als Meryl kam, nun mein Autogramm von Vanessa einige Punkte aufweist. Denn der Sinn hinter dem Bild bleibt der Gleiche und ich habe Meryl Streep live gesehen. Das kann mir niemand mehr nehmen.

Das wohl schönste Bild des ganzen Tages...für mich persönlich jedenfalls!

Meine liebe und tapfere Katy

Franzi und Steffen

Steffen und Brina

Nicole, Freaky & Krissi

Mein Frauchen Tanja

Die komplette wunderbare Streeper-Gruppe

So langsam wurde mir die Menge der Menschen, die um uns herum waren, wieder bewusst und ein paar von uns machten uns auf den Weg, sich ein bisschen aufzuwärmen. Wir steuerten die Arkaden an und es ist wirklich unglaublich. Dort standen die Leute vor der Ticketkasse oder gingen geschäftig einkaufen und keinem war bewusst, was wir dort draußen erlebt hatten. Das wir die großartigste Frau der Welt gesehen hatten. Nun ja, das Leben läuft eben auch neben solch einer Erfahrung weiter, ohne große Spuren zu hinterlassen. Zumindest keine offensichtliche Spuren, denn in uns drin sah es ganz anders aus. Nun saßen wir ruhig bei einem Italiener und obwohl wir zusammen waren, hing doch irgendwie jeder seinen eigenen Gedanken nach. Ich glaube damit geht wirklich auch jeder unterschiedlich um. Es gibt ein Teil, der darüber reden muss, sich austauschen muss und ich selbst brauchte einfach einen kurzen Moment Ruhe, um wieder zu mir zu kommen. Ich bin froh, über den kleinen ruhigen Moment mit Tanja in all der Aufregung und als wir uns mit Katy ein bisschen absetzten und erstmal eine Runde um das Hyatt liefen, konnte ich wieder durchatmen. Wir kamen noch einmal zum Hintereingang des Hyatts, beinahe im richtigen Augenblick, als Meryl wieder heraus kam. Die Massen begannen wieder zu jubeln und als sie sich dieses Mal ins Auto setzte ohne Autogramme zu unterschreiben begannen die Autogrammjäger sie auszubuhen, was einfach nur unfair ist. Ich hoffe einfach, dass Meryl weiß, dass das nicht ihre Fans waren, sondern geldgierige Autogrammjäger, die kein Mensch braucht, die es aber leider überall gibt. Es gab ein kurzes Zusammentreffen mit Nicole und Freaky, die noch immer an gleicher Stelle verharrt hatten und als diese sich dann auch ins warme flüchteten, nahmen Katy und ich uns die Zeit, um einfach einen längeren Spaziergang über den Potsdamer Platz zu machen und landeten schließlich in Kreuzberg. Also mir war nicht bewusst, dass das so nah beieinander ist, aber man lernt ja jeden Tag etwas dazu nicht wahr? Wir machten eine kurze Verschnaufpause von all dem Trubel und tranken einen Kaffee. Danach einigermaßen ruhig innerlich machten wir uns auf dem Rückweg zu den anderen und waren gefasst um vielleicht auf stürmische, ausgelassene und aufgeregte Freunde zu treffen. Aber auch hier war die Stimmung zwar ausgelassener als bei Katy und mir und doch auch auf eine gewisse Art ruhig. Was vielleicht auch daran lag, dass uns noch Großes bevorstand. Denn es galt ja noch immer die Premiere mit der Preisverleihung zu überstehen. Steffen erfreute noch einmal unsere Runde und heiterte die Gruppe wieder auf mit seiner Anwesenheit und Kevin, den wir schon bei unserer Übernachtungsaktion in den Arkaden kennen gelernt hatten, kreuzte auch noch einmal kurz unseren Weg. Man braucht jetzt denke ich nicht zu fragen, wer hier in positiver Erinnerung bleibt, oder Mädels? Nach einiger Zeit setzten wir uns alle wieder in Bewegung und nahmen unseren Platz vor dem Eingang in den Berlinale Palast ein. Und was soll ich sagen bzw. schreiben, die Stimmung war grandios. Eine Masse an Streepern, die am roten Teppich standen und auf unseren Sonnenschein Meryl warteten. Sie sangen:

„If you're a Streeper and you know it clap your hands. X! X!
If you're a Streeper and you know it clap your hands. X! X!
If you're a Streeper and you know and you really want to show it...
If you're a Streeper and you know it clap your hands. X! X!“
Streeper am roten Teppich

Unser Plakat aus Sicht von anderen Fans

So, wie wir sie lieben...wie sie einfach zuhört...bei der Laudatio von Jake Gyllenhaal

Sie hält ihre bezaubernde Rede


Meryl Streep sehr berührt und bewegt

Dieter Kosslick, Meryl Streep & Jake Gyllenhaal

Es war unglaublich, wie die Stimmung und die gute Laune auf uns übersprang. Man spürte die Aufregung und das Bauchkribbeln und als sich die Türen öffneten, wurde es wieder Ernst. Es wurde gedrängelt und geschupst, damit man die besten Plätze bekam und ironischer Weise waren das nicht mal die jungen Menschen, sondern ältere Herren, die wohl einmal im Leben den Blick auf die schönste Frau der Welt werfen wollten. Was ich ganz wunderbar fand, während wir an der nächsten Absperrung standen, war das sie Musik einspielten und zwar von MAMMA MIA, von A Prairie Home Companion und wie Katy mir später erzählte auch von Death becomes her. Das war wirklich richtig, richtig toll und ich bin mir fast sicher, dass nicht alle das so realisiert haben, da doch jeder damit beschäftigt war, schnell an seinen Platz zu kommen. Als es weiterging und wir die Treppe nach oben gegangen waren, standen wir schließlich vor ihrem neuen Berlinale-Bild. Und das war schon ein toller Moment, denn es ist ein richtig schönes Bild. Natürlich ist das Berlinale-Bild von 2006 auch besonders, aber sie wirkt dort ein bisschen gehetzt und nicht wirklich entspannt, dass ist bei dem diesjährigen Bilder etwas ganz anderes. Es ist wunderschön! Kurze Zeit später öffneten sich die Türen und wir nahmen unsere Plätze ein und ich habe erst gar nicht realisiert, wo die anderen sitzen und fand mich mit Katy plötzlich neben Flora und ihrer Mum und direkt hinter der Presse wieder. Ein sagenhafter Blick auf die Bühne und als die Lichter ausgingen und Stefan Rupp den Abend einleitete, wussten wir wohl alle, dass gleich etwas Großartiges passieren würde. Sicher, man hatte Meryl schon vor der Pressekonferenz gesehen, aber es war klar, dass diese Preisverleihung noch einmal etwas ganz anderes, etwas ganz eigenes und auf andere Art Besonderes werden würde. Allein, dass wir wirklich die Chance hatten, bei einer Preisverleihung dabei zu sein, versetzte mich in ein Hochgefühl. Denn sonst sieht man so was im Fernsehen und erfreut sich daran, aber live und hautnah dabei zu sein, ist etwas Einzigartiges und Einmaliges. Das Englisch des Herrn Rupp war etwas gewöhnungsbedürftig, aber hätte ich dort vorne stehen müssen, wäre es auch nicht besser gewesen und ich hätte sowieso die ganze Zeit nur sagen können, dass ich Meryl Streep liebe. Er stellte alle bedeutenden Menschen im Saal vor und schließlich betrat Jake Gyllenhaal die Bühne und hielt die Laudatio für Meryl. Es war unglaublich süß, was er sagte, auch in Bezug auf ihn und Hank also Henry Meryls Sohn und ihre Reaktion darauf zu sehen, war wirklich toll. Dieter Kosslick, der Berlinale-Direktor geleitete sie dann schließlich auf die Bühne und nicht abklingender tosender Applaus machte es ihm nicht möglich noch ein paar Worte zu sagen. Was ich toll fand war, dass Dieter Kosslick das Ganze mit Humor nahm und sich nicht beschwerte, dass das Publikum mit dem Klatschen nicht aufhören wollte. Er drückte ihr irgendwann den Bären in die Hand und Meryl war sichtlich gerührt über die Ehre die ihr einerseits wegen des Preises zuteil wurde und sicherlich auch, dass das Publikum ihr soviel Positives entgegenbrachte. Es war an der Zeit ihr ein bisschen das zurückzugeben, was sie uns jeden Tag im Leben gibt. Ihre Rede war fantastisch und jeder der dabei war, war ebenso gerührt, wie ich es war. Wenn sie Reden bei großen Preisverleihungen wie den Golden Globes zum Beispiel hält, dann nimmt sie Bezug auf ihre Kollegen, auf Regisseure und auf ihre Familie. Nun hat sie in Berlin Bezug genommen auf ihre Fans und das war ein besonderer Moment. Sie müsste keinem von uns danken, denn wir sind ihr so unendlich dankbar für diesen Tag und für die Frau, die sie ist, aber wenn man spürt, wie wichtig ihre Fans ihr doch sind und man merkt, dass sie das nicht einfach nur hinnimmt, sondern auch realisiert, macht einen ein Stückweit Stolz gerade ein Anhänger von ihren Filmen und besonders von ihr als Person zu sein. Als der Film dann begann, dachte ich mir, dass der Abend hier hätte eigentlich schon zu Ende sein können, denn das frühe Aufstehen, die Erkältung und die gesamten Eindrücke des Tages, forderten so langsam ihr Tribut. Was ich an Meryl unter anderem so schätze ist, dass sie mir Themen und Menschen näher bringt, mit denen ich mich sonst eher nicht beschäftigen würde. Zu sehen, wie sie Margaret Thatcher darstellt war einerseits sehr aufschlussreich, was die politische Seite angeht und anderseits nicht wirklich leicht zu verdauen. Denn sie in dieser Rolle zu sehen, war nicht leicht. Obwohl sie eine Rolle spielt, ist ihre Mimik und Gestik unverfälscht und man spürt Meryl Streep die ganze Zeit. Sich vorzustellen, dass sie eines Tages auch so „alt“ sein würde, alt und taddrig vielleicht, fällt mehr als schwer, wenn man sie so sieht, wie sie heute ist. Es macht ein bisschen traurig, dass auch die Zeit an ihr nicht spurlos vorbei gehen wird. Denn obwohl wir sie vielleicht ein bisschen auf ein Podest stellen und sie für uns eher einem Engelswesen gleicht, ist sie doch nur ein Mensch. Und das macht man sich wohl viel zu selten bewusst und kam in dem Film mit voller Wucht auf einen heruntergeprasselt. Ich spürte die Aufruhr von Katy während des Filmes neben mir und als der Film vorbei war und ich in die Gesichter der anderen blickte, wusste ich, dass es einigen nicht anders ging. Der Film ist absolut sehenswert und das sage ich nicht nur, weil Meryl darin eine Rolle spielt, nein um Politik ein bisschen besser zu verstehen, sollte man sich diesen Film unbedingt ansehen. Und vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, weil ich die anderen Anwärter auf den diesjährigen Oscar noch nicht gesehen habe und es wohl auch nicht mehr schaffen werde, aber sie hat ihren dritten Oscar mit dieser Rolle verdammt noch mal so was von verdient. Und wenn sie ihn dafür nicht bekommt, dann wird sie ihn nie bekommen! Danach war Stille eingekehrt, besser kann ich es gerade nicht beschreiben. Kaum einer sagte ein Wort und als wir uns alle voneinander verabschiedeten nach so einem großartigen Tag, war auch bei mir wieder der Moment gekommen, an dem ich mit der Fassung rang. Ich habe versucht mit meinen eigenen Worten zu beschreiben, wie alles im Voraus und schließlich der Valentinstag mit Meryl Streep für mich war und das war nicht leicht. Ich denke jeder einzelne hat für sich noch einige Sachen hinzuzufügen und hat manches vielleicht auch anders gesehen, aber letztendlich waren wir alle zusammen und keine Minute von diesem Tag möchte ich missen.

Vielen Dank und ihre Unterschrift auf dem neuen Berlinale-Bild von ihr

Ich möchte mich an dieser Stelle bei euch allen bedanken, bei euch allen die diesen Tag zu etwas unvergesslichem gemacht haben.

Cori, meine Süße weil du einfach mir mit deinen eigenen Anekdoten den Tag versüßt hast. Du bist so brav und knuffig und dass du uns von deinem Erlebnis mit Herrn Vogel berichtet hast, werde ich wohl nie vergessen.
Freaky, mein kleiner Sonnenschein. Du bist ein Mensch, da fehlen mir immer wieder die Worte. Du bist nicht nur süß, nein du hast meine Füße auf deinen ertragen, bist flippig und dabei trotzdem auf dem Boden. Das sind Eigenschaften an dir, die ich besonders gern mag.
Nicole, ach Nicole was soll ich sagen. Laut bist du nicht und trotzdem da. Ich weiß, wir haben gar nicht viel geredet an dem Tag, aber ich bin froh, dass du bei uns warst und nicht nur, weil du Tanja heil nach Berlin und wieder nach Hause gebracht hast. Es ist schön dieses Erlebnis auch mit dir teilen zu können.
Mandy, ein kurzer Auftritt von dir und plötzlich warst du weg, aber hey wir haben Meryl gemeinsam live erlebt, das kann uns keiner nehmen, nicht wahr?
Krissi, neu in unserer Runde aber als Leslee direkt eingeschlagen wie eine Bombe. Du passt wunderbar in unsere Mitte!
Franzi, nun ja du warst der Besuch von Brina und trotzdem wir vor der Pressekonferenz nicht beieinander gestanden haben, waren wir trotzdem alle miteinander verbunden, nicht wahr? Wenn du das nächste Mal hier bist, haben wir sicher die Gelegenheit uns ohne große Aufregung kennen zu lernen.
Natascha, dich in unserer Mitte zu begrüßen und das schon bei der Übernachtungsaktion war super. Denn du bist echt ein lieber Mensch und ich freue mich sehr für dich, dass du deinen eigenen kleinen Merylmoment hattest.
Eva, ich bin immer noch der Meinung, dass ich dich irgendwo her kenne. Vielleicht finde ich das noch heraus. Aber auch wenn ich das nie herausfinde, ich freue mich wenn ich dich und Natascha in Trier wieder sehe.
Tina, es freut mich, dich kennen gelernt zu haben. Die Person hinter dem tollen internationalen Forum in live und Farbe zu sehen war wunderbar und ich bin froh, dass du das in Berlin miterlebt hast!
Flora, wir haben uns ja erst Abends gesehen, aber wenn auch bei der Übernachtungsaktion ein bisschen gestresst und an dem Abend auch ein bisschen unter Strom, so haben wir doch unsere Meryl endlich einmal live gesehen. Ein wunderbares Gefühl, findest du nicht?
Steffen du bist ab sofort unser Animateur auf solchen Veranstaltungen. Du hast echt die Stimmung aufgelockert und das nicht auf nervige Art und Weise, sondern auf lustige Art und das allein spricht für dich. Dass du uns deine Bilder und das Video von Meryl zur Verfügung gestellt hast, ist die Sahne obendrauf!
Brina, Mrs. Pitt nun ja die Übernachtungsaktion hast du ein bisschen verschlafen, aber als es dann aufregend wurde warst du wieder wach und obwohl du die Tage durch die Gegend geflogen bist und du auf der anderen Seite bei Franzi gestanden hast, haben wir den Valentinstag doch irgendwie auch zusammen erlebt. Und nachdem wir Vanessa letztes Jahr erlebt haben mit Freaky zusammen, haben wir am diesjährigen Valentinstag das erlebt, was wir uns am roten Teppich letztes Jahr kaum vorstellen konnten. Es wird nie wieder etwas Vergleichbares geben, da bin ich mir sicher!
Tanja, mein liebes Weib. Ich freu mich so für dich, dass du nachdem die MAMMA MIA Premiere 2008 für dich so in die Hose gegangen ist, endlich die Gelegenheit hattest Meryl live zu sehen und zu erleben. Und das einfach noch in diesem Rahmen ist beinahe unwirklich, oder? Ich bin so froh, dass du da warst und wir diesen kurzen Moment der Ruhe und des Verbundenseins hatten, das bedeutet mir sehr viel.
Katy, oh Katy nun wird es noch mal ein Roman. Nein ich fasse mich kurz. Ich bin so froh, dass du versucht hast deine Ängste zu vergessen und dich aufgemacht hast nach Berlin zu kommen, um Meryl live zu erleben und zu spüren. Jeden Moment, ob davor oder danach, den du an meiner Seite verbracht hast, werde ich im Herzen tragen. Ich danke dir, dass du mich auf den Boden gebracht hast, wenn ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Ich danke dir vor allem für das trocknen meiner Tränen, denn du musstest einiges aushalten, meine Liebe!

Natürlich danke ich auch denen, die nicht vor Ort sein konnten uns aber von der Ferne und von Herzen einen schönen Tag gewünscht haben. Sicher es gibt diese Momente, in denen man neidisch ist, auf das was man selbst nicht erleben kann. Aber es gibt Unterschiede, ob man gehässig neidisch ist, oder man sich trotzdem von Herzen für die anderen freuen kann. In diesem Falle gilt dieser Dank euch Streepern dort draußen, insbesondere Sarah, Anna, Danny und Antje!
Und nicht zu vergessen, bedanke ich mich natürlich, dass ich eure Fotos für diesen Blogeintrag benutzen durfte!

Also noch einmal Danke euch allen für diesen wunderbaren, unvergesslichen, wunderschönen Valentinstag mit euch und unserer bezaubernden Meryl Streep!








Freitag, 25. Februar 2011


1. Eigentlich wäre es schön, wenn jetzt der Frühling mal endlich käme.

2. Manche Menschen im deutschen Fernsehen sind einfach nur lächerlich.

3. Gestern abend gab es zwei gute Filme auf Vox.

4. Meine besten Freunde wohnen leider so weit weg.

5. Ich könnte niemals ohne Musik leben.

6. Es wäre schon ein sehr komisches Gefühl, wenn ich einen eigenen Koch hätte.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf gemütliches Gammeln auf der Couch, morgen habe ich eventuell einen Weiberabend in Berlin geplant und Sonntag möchte ich dann wahrscheinlich wieder einfach nur gammeln!

Dienstag, 15. Februar 2011

Berlinale 2011…unvergessliche Augenblicke oder einfach nur totaler Wahnsinn?

Ich sitze schon eine Weile vor dem weißen Bildschirm und versuche Worte zu finden, für die Erlebnisse der diesjährigen Berlinale. Da so viele verschiedene Eindrücke in solchen Momenten auf einen einprasseln, ist das keinesfalls leicht. Der Berlinale-Hype hat damit begonnen, zu erfahren wer Gast der diesjährigen Berlinale sein würde. Viele große Namen, wie Jeff Bridges, Jeremy Irons, Vanessa Redgrave, Colin Firth oder auch Liam Nesson sind gefallen. Man überlegte hin und her, wen man unbedingt sehen wollte und wen man auch lieber im Fernsehen betrachten kann. Es stellte sich schnell heraus, dass Jeff Bridges zwar ein wunderbarer Schauspieler ist, aber wir nicht nur wegen ihm zur Eröffnung der Berlinale gehen würden. Am Freitag, den 11.02.2011 standen Jeremy Irons und Kevin Spacey auf dem Plan. In verschiedenen Internetforen wurde außerdem gemunkelt, dass auch Stanley Tucci den Weg zur diesjährigen Berlinale finden würde. Dies aber hat sich zu unser aller Bedauern leider nicht bestätigt. Aber allein wegen Jeremy und Kevin wollten wir den Stress, der damit verbunden sein würde, auf uns nehmen. Pünktlich um 14:20 Uhr saßen Brina und ich im Regio, um uns auf den Weg zum Potsdamer Platz zu machen. Der Potsdamer Platz, wo der Berlinale-Palast steht und wo in diesen Tagen alle Welt draufschaut. Wir hatten Glück, denn in der ersten Reihe gab es noch ein paar freie Plätze. Wir bezogen also unseren Platz und warteten darauf, dass Flora zu uns stoßen würde. Wir dachten, wir sind mit Weihnachtsplätzchen, Wasser und ein paar anderen Fressalien gut ausgestattet und wir wären sicher nicht verhungert, aber irgendwann erfroren. Schon nach einer halben Stunde stehen, hatte man das Gefühl seine Füße nicht mehr zu spüren. Ich war schon genervt und da hatte noch nicht mal irgendetwas begonnen. Anstatt der ganzen Fressalien hätten wir doch lieber einen Stuhl, eine Kuscheldecke, Pelzmäntel und Schneeboots mitnehmen sollen. Wir klapperten uns also von Stunde zu Stunde. Um uns herum standen mehr oder weniger verrückte Autogrammjäger. Ein Lichtblick war unsere Begegnung mit Sophie. Sie war wirklich richtig nett und total niedlich. Als Flora zu uns stieß, pilgerten wir noch mal in die Arkaden und als wir wieder zu Brina in die erste Reihe zurück wollten, fing der Stress erst richtig an. Eine große Menschentraube hatte sich innerhalb von zwanzig Minuten um Brina versammelt und es war ein schwerer Kampf, wieder an unsere Plätze zurückzukehren. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich wirklich genervt war. Erstens war alles eng, es war kalt und ich wollte eigentlich nur nach Hause auf die warme Couch. Die ersten deutschen Stars hatten den roten Teppich schon überquert und ich bin froh, dass diese dann nach kurzer Zeit schon wieder herauskamen, so dass auch ich ein Blick auf Senta Berger, Iris Berben, Jasmin Tabatabai und Bruno Ganz werfen konnte. Das große Highlight in diesen Minuten war allerdings Isabella Rossellini. Eine unglaubliche Frau…die zwar nicht besonders groß, aber von umwerfender Ausstrahlung ist. Dann fuhren endlich die Autos mit Kevin Spacey, Jeremy Irons und Zachary Quinto vor. Den Letzteren kannte ich so gar nicht, aber dafür hat die liebe Sophie, die vorher sehr still war, laut seinen Namen geschrien. Vergessen werde ich diesen Zachary nach diesem Abend wohl nicht mehr…;) Kevin war sehr nah an seinen Fans, hat unzählige Autogramme geschrieben und immerzu gelächelt. Jeremy hingegen hat genauso reagiert, wie ich es mir vorher schon gedacht habe. Hier und da ein kleines Lächeln, zwei oder drei Autogramme, ein paar Interviews und Fotos und dann rein in den Palast. Betont lässig stand er hier und dort herum und seine ganze Art und sein lockeres Outfit bestehend aus Lederstiefeln, einer schwarzen Jeans, einer abgewetzten Lederjacke und einem schwarzen Schal, trugen letztendlich dazu bei, dass man nicht böse sein konnte, dass er nicht so nah an seinen Fans war, wie der Rest der Stars. Im Gegenteil, es macht ihn nur noch interessanter und geheimnisvoller. Einen hautnahen Kevin Spacey vor der Nase gehabt zu haben, einen Blick auf Jeremy Irons geworden zu haben, macht den Abend zu etwas Besonderem und sicherlich auch zu etwas Unvergesslichem. Und auch wenn ich kein Autogramm erhalten habe und ich ziemlich genervt war, so war ich doch froh, diesen Abend mit Flora und Brina erlebt zu haben.

Hier ein paar Eindrücke von unserem Abend mit Jeremy, Kevin & Co:

Brina und das Geisterhaus

Flora und Brina

Bruno Ganz & Iris Berben

Senta Berger

Jasmin Tabatabai

Isabella Rossellini

Kevin Spacey

Jeremy Irons


Eine Begegnung, die man nie wieder vergisst…

Noch immer wussten wir, dass am Montag den 14.02.2011 Vanessa Redgrave hier bei uns in Berlin sein würde. Und ich wusste nicht, ob ich mir diesen ganzen Stress noch einmal antun sollte. Immerhin waren die fünf Stunden in der Kälte am Freitag schon nahe an der Schmerzgrenze. Da es auch ein Zeitproblem gab, waren wir nicht wirklich sicher, ob man zur Pressekonferenz fahren sollte, oder nicht. Ein Anruf von Brinas Chefin, die ihr sagte, dass sie am besagten Montag frei hätte, brachte den eigentlichen Stein ins Rollen. Schnell war klar, dass wir schon Mittags zur Pressekonferenz zum Potsdamer Platz fahren würden. Und uns war auch vorher klar, dass eine Begegnung mit Vanessa Redgrave uns mental wohl ziemlich umhauen würde. Wir beide wussten im Vorfeld, welches Foto wir ausdrucken, um vielleicht das Glück zu haben, eine Unterschrift von Vanessa zu erhalten. Gerard Butler und Ralph Fiennes waren dabei nur nebensächlich. Die beiden sind großartige Schauspieler, aber wir wollten eigentlich nur Vanessa sehen. In der Vermutung, wir wären dieses Mal dicker angezogen, machten wir uns morgens um sieben schon auf den Weg. Nachdem wir zweimal an komplett falschen Plätzen gestanden haben, fanden wir unseren Platz hinter der Absperrung zum Eingang der Pressekonferenz. Dort erfuhren wir, dass die eigentliche Pressekonferenz erst gegen vierzehn Uhr nach der Filmvorführung für die Presse, stattfinden würde. Und da war es gerade mal halb zehn! Ein kurzer Abstecher in meine alte Firma folgte, während Brina die Stellung an unserem Platz hielt. Als ich zurück kam, hatten sich inzwischen schon ein paar mehr Fans und Autogrammjäger versammelt. Darunter auch wieder Einige, die ziemlich nervig waren. Unter anderem ein Kerl, der meint toll zu sein, weil er in der Top-10 der peinlichsten Auftritte von DSDS vorkommt. Schon unglaublich, wie selbstbewusst diese Menschen doch sind. Dass sich wirklich Jeder um ihn herum über alles, was er von sich gegeben hat, lustig gemacht hat, hat er nicht bemerkt. Aber es geht ja jetzt hier nicht um diese Chaoten, sondern unseren besonderen Moment bzw. unsere besonderen Momente mit Vanessa Redgrave. Die Kälte nahm auch wieder zu, so dass der Körper irgendwann schlapp zu machen drohte. Irgendwie hielten wir uns auf den Beinen und der Moment an dem die Stars ankommen sollten, rückte immer näher. Das erste Auto rollte zum Eingang und man wusste direkt, dass dort drinnen Vanessa saß. Irgendwie hat man das direkt gespürt. Sie stieg aus dem Wagen, lächelte und die Welt stand still. Alles, was passierte, lief wie in Zeitlupe ab. Selbst ein Gerard Butler, der nur wenige Sekunden nach Vanessa ankam, den ich persönlich nun wirklich megaheiß finde, war egal. Er stand nicht mal einen halben Meter vor mir und im Normalfall wäre ich wohl sabbern umgefallen, aber in diesem Moment ging wirklich gar nichts mehr. Ralph und auch Gerard schwebten an uns vorbei, unterschrieben unsere Autogramme und doch versuchte man immer nur zu schauen, wo Vanessa gerade war. Und dann kam der Moment, sie stand genau vor uns. Redet ruhig und leise. Ermahnte die Männer bzw. die Presse, das Frauen an der Absperrung standen und sie bitte nicht so drücken sollten. Wo ich vorher noch im Stande war, das Ganze zu filmen, fehlte mir die Kraft, als sie mir einmal in die Augen geblickt hat. Ein Blick, der durch und durch ging, den man nie wieder vergessen wird und der mich tief im Herzen berührt hat. Ich ließ die Kamera sinken, während Vanessa den Menschen vor mir sagte, dass sie keine Autogramme mehr schreiben könne. Dann fiel ihr Blick auf das Bild, welches sich Brina ausgesucht hatte. Sie hielt inne und sagte mit warmer Stimme: „Ohhh it´s Meryl!“ Sie nahm Brinas Stift, unterschrieb in aller Ruhe und ich glaube mit ganz viel Liebe dahinter. Brina selbst war nicht wirklich fähig etwas dazu zu sagen. Sie zitterte am ganzen Körper und nahm nichts mehr um sich herum wahr. Vanessa entschuldigte sich außerdem bei Brina dafür, dass ihr so kalt war, weil sie so lange in der Kälte stehen musste. Unglaublich warmherzig, bezaubernd und sinnlich waren die Gedanken, die mir im Kopf herum schwebten nach diesem Erlebnis. Vanessa ging zur Pressekonferenz und wir waren wieder allein, zwischen all den anderen Fans. Wirklich sagen konnte man nichts. Mit Tränen in den Augen umarmten wir uns und hatten das Gefühl, dass die Welt sich erst langsam wieder begann zu drehen. Inzwischen gesellten sich Rebecca und Caro zu uns. Zwei liebe Mädels, die sich gegen die Kälte mit einer Flasche Sekt wehrten. Caro, die wahrscheinlich der größte Fan von Gerard Butler war, wurde mental unterstützt von ihrer Freundin Rebecca. Wir haben so sehr gehofft, dass Gerard noch einmal Autogramme gibt, wenn die PK vorbei ist, aber leider stieg er direkt ins Auto und fuhr davon. Die arme Caro war am Boden zerstört. Ich glaube, dass war der erste Moment, an dem ich wieder etwas von meiner Umwelt wahrnehmen konnte. Ich meine, ich hatte auch kein Autogramm von Vanessa und habe mich so sehr darüber gefreut, dass Brina eins hatte, aber zu sehen, wie traurig Caro war, war echt nicht leicht. Die beiden zogen sich dann schnell zurück und als wenige Minuten später Vanessa heraus kam, stieg auch sie direkt ins Auto und fuhr davon. Die Hoffnung, dass Vanessa vielleicht gegen alle Aussagen, doch im Hyatt direkt am Potsdamer Platz abgestiegen ist, erwies sich als aussichtslos und so suchten wir uns nun einen Platz direkt am roten Teppich. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, was passierte, als wir noch eine Stunde auf unserem lieben kleinen Sonnenschein Mandy warteten. Irgendwie überstanden wir diese Stunde und waren aber schon beinahe am Ende unserer Kräfte, als sie endlich kam. Ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich mir den roten Teppich noch antun sollte. Ich konnte kaum noch stehen, mir war kalt, mein Körper drohte all dem nicht mehr standzuhalten, aber gemeinsam haben wir es dann doch geschafft. Wir haben viel gelacht, haben die Aufregung verdrängt, waren einfach froh beisammen zu sein. Und dann begann das Herzklopfen von vorn. Die Massen drückten noch stärker wie am Freitag von hinten und als die ersten Autos hielten, schlug das Herz schneller und die Luft zum Atmen wurde weniger. Dieses Mal saß Vanessa im letzten Wagen und ich erkannte eigentlich zuerst nur ihren Ehemann Franco Nero. Bis dahin hatte ich total verdrängt, dass sie ja mit diesem gutaussehenden Mann verheiratet ist. Sie stieg aus dem Wagen, winkte in die Runde und begab sich dann erstmal zur Presse. Nur kurze Zeit später wandte sie sich wieder den Fans zu und ihr Mann und auch der Bodyguard zeigten in unsere Richtung. Ich glaube, wir drei standen kurz vorm Kollaps, als sie tatsächlich auf uns zu kam. Wieder stand sie direkt vor uns und betrachtete mein Bild, was Brina ihr hinhielt. Sie sagte wieder: „Oh, it´s Meryl!“ Fing dann an, ihre Jacke anzuziehen und setzte dann ruhig hinzu: „What a beautiful photograph!“ Sie unterschrieb auch hier das Bild mit aller Ruhe und sehr bedacht. Ich blickte die ganze Zeit zwischen ihr und Franco hin und her. Und er war so niedlich. Er hat mich die ganze Zeit angelächelt und hat versucht mich mit seinen stahlblauen Augen zu beruhigen. Zumindest hatte ich das Gefühl. Ähnlich wie bei seiner Frau, fühlte man sich einfach tief berührt von seinem Blick. Man hat sich einfach in diesem Moment mit allen beiden so unglaublich verbunden gefühlt. Sie hätte nun wirklich zu jedem gehen können. Er hätte auf jeden anderen zeigen können. Aber nein, sie kamen zu uns. Ich glaube, dass Vanessa schon erkannt hat, dass dort Menschen stehen, die nicht einfach nur Autogrammjäger sind, sondern das es eine Bedeutung hat, warum wir dort stehen. Wir schrieen nicht nach Gerard oder Ralph, nein wir waren wegen ihr dort. Und ich glaube, dass wusste sie sofort. Ich will gar nicht arrogant wirken mit dieser Aussage, aber jeder der das mit uns erlebt hätte, wüsste genau was ich meine. Jeder, der ihre Blicke gespürt hätte, hätte gesehen, dass sie die Menschen tief im Inneren erkennt. Sie hatte das Gespür und ganz besonders für meine liebe Brina. Die beiden waren vom ersten Moment an verbunden. Und so etwas kann man nicht fotografieren oder filmen. Das kann man nur fühlen. Diese ruhige Art, dieses Lächeln und die Wärme die von ihr ausgehen, werden mich für immer im Herzen begleiten. Ich glaube, sie wusste auch ganz genau, warum wir gerade die Fotos von ihr und Meryl ausgewählt hatten. Mandy hatte auch ein besonderes Bild von ihr und Meryl dabei und Vanessa hat draufgeschaut und auch dort genau das Besondere gesehen. Wenn sie leider auch nicht unterschrieben hat, so weiß ich mit ziemlicher Sicherheit, dass sie dasselbe gespürt hat, wie bei den Bildern von Brina und mir. Sie ging danach noch zu einigen anderen Fans und als sie dann zum Palast ging und Brina und Mandy noch einmal „Vanessa“ riefen, drehte sie sich um, schaute uns an, zögerte einen Moment, ob sie das Bild doch noch unterschreiben soll, entschied sich wahrscheinlich schweren Herzen dagegen und warf unserem kleinen Sonnenschein einen Handkuss zu. Der Moment, an dem die Erde still stand. Das alles dauerte nur Sekunden und doch hat man das Gefühl, dass dieser Moment, diese Momente ewig dauerten. Man konnte den Blick nicht von ihr reißen und hatte das Gefühl, dass man sie einfach nur umarmen und sich bedanken wollte. Die Massen drückten weiter von hinten und als Gerard sich endlich als Letzter bequemte hineinzugehen, musste ich mich der Masse entziehen und brauchte einen Moment nur für mich allein. Zum Luft holen und zum Versuch wieder meinen Körper spüren zu können. Denn die ganze Zeit über waren die Schmerzen von der Kälte da, als Vanessa aber kam, waren diese wie weggeblasen. Ich glaube, wir alle fuhren wie in Trance nach Hause. Und ich glaube auch, dass ich euch nicht wirklich das Gefühl vermitteln kann, was ich dort gestern erlebt habe. Ich weiß, ich trage diese Stunden mit meiner lieben Brina, meiner lieben Mandy und Vanessa Redgrave für immer im Herzen. Es war ein Eintauchen in eine andere Welt, aus der wir nun langsam wieder erwachen. Ich glaube auch, dass nur eine Person dieses Erlebnis toppen könnte. Weil nur ein Mensch auf der Welt von so großer innerer Ähnlichkeit ist, diese Wärme im Herzen hat und die Menschen so tief berühren kann, wie es Vanessa gestern getan hat. Und natürlich spreche ich hier von Meryl, aber ob ich die Kraft hätte Meryl wirklich irgendwann gegenüber zu treten, ob ich mir das wirklich antun würde, weiß ich nicht. Man fühlt sich nach so einem Tag auch einfach nur leer. Vanessa hat schon eine besondere Wirkung auf mich gehabt, bevor ich sie getroffen habe. Meryl ist Meryl und ihr alle wisst, wie viel mir Meryl bedeutet. Ob ich wirklich stark genug wäre, Meryl live zu ertragen, wag ich im Moment zu bezweifeln. Denn dann hätte ich wirklich das Gefühl, nicht mehr aus dieser Traumwelt aufwachen zu können. Denn dass Meryl mir so viel bedeutet, würde auch bedeuten, dass es nach solch einer Begegnung keine Steigerung mehr gebe. Vielleicht bin ich auch gerade zu labil, dass ich im Moment damit nicht umgehen könnte. Aber vielleicht sollte es auch Dinge geben, die ein Leben lang ein Traum bleiben…


Mandy & Brina

Immer wieder das "DREAMTEAM"

Gerard Butler

Ralph Fiennes

Vanessa Redgrave

Vanessa Redgrave & Franco Nero

Vanessa, als sie direkt vor uns stand und eines der besonderen Bilder signierte

Autogramm von Ralph Fiennes

Autogramm von Gerard Butler

Brinas besonderes Bild, welches für sie eine sehr große Bedeutung hat, die sie im Herzen trägt, ich sehr gut nachvollziehen und auch fühlen kann, aber die ich hier gar nicht niederschreiben möchte, da es Brinas Bild ist!

Mein besonderes Bild, welches auf so vielen Ebenen für mich wichtig ist. Die Szene im Film "Evening", die keinesfalls gespielt ist, sondern echt gefühlt wurde! Dieses Gefühl, das von der Freundschaft zwischen Vanessa und Meryl ganz viel in dieser Szene, auf diesem Bild zu sehen ist! Eine Freundschaft zwischen zwei Frauen, die sich so viel bedeuten und sich gegenseitig einen so großen Halt im Leben geben. Dieses Bild bedeutet für mich Freundschaft, Liebe, Wärme und für immer unendliche Verbundenheit!